Am kommenden Wochenende findet bereits zum fünften Mal in Serie das Weltcup-Finale der alpinen Snowboarder in Winterberg statt. Wie in den vier Jahren zuvor kämpfen die besten Raceboarder der Welt auf dem Poppenberghang „In der Büre“ nicht nur um den Tagessieg im Parallelslalom sowie Team PSL, sondern auch um den Titel im PSL sowie Alpin Gesamt Weltcup.

Weltcup-Finale in Winterberg | Anke Wöhrer ein letztes Mal am Start | Selina Jörg kämpft um Titel

Am kommenden Wochenende findet bereits zum fünften Mal in Serie das Weltcup-Finale der alpinen Snowboarder in Winterberg statt. Wie in den vier Jahren zuvor kämpfen die besten Raceboarder der Welt auf dem Poppenberghang „In der Büre“ nicht nur um den Tagessieg im Parallelslalom sowie Team PSL, sondern auch um den Titel im PSL sowie Alpin Gesamt Weltcup.

Während Vorjahressiegerin Selina Jörg, derzeit dritte des Disziplinen- sowie Gesamt Weltcups, mit einem ähnlichen Coup wie vor zwölf Monaten noch Chancen auf einen Titel hätte, wird Anke Wöhrer den Heimweltcup in Nordrhein-Westfalen nutzen, um ihre beeindruckende Karriere zu beenden.

Nachdem die 33-jährige Athletin, die seit den letzten Olympischen Winterspielen aufgrund ihrer Schwangerschaft keine Rennen bestreiten konnte, vor etwas mehr als 14 Jahren in Winterberg ihr Weltcup-Debüt gefeiert hat, schließt sich an dem Ort, wo alles begann, für die Olympiazweite von Sotschi mit dem dann 96ten Start auf der Tour der Kreis.

Dabei kann Wöhrer, die im Oktober letzten Jahres Töchterchen Joséphine-Theresia zur Welt gebracht hat, auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken. Neben fast 100 Weltcup-Rennen, die sie sechs Mal auf dem Podest beenden konnte und dabei zwei Siege feiern durfte, blickt die mehrfache Deutsche Meisterin auf Starts bei drei Olympischen Spielen sowie vier Weltmeisterschaften zurück.

Allerdings ist jetzt Zeit für Neues. „Ich möchte meiner Tochter gerecht werden. Und um wieder den Anschluss an dieses starke Team zu finden, wäre der Trainingsaufwand zu groß. Von daher ist es der richtige Zeitpunkt zurückzutreten. Ich freue mich auf das Wochenende, weil ich 2005 in Winterberg meinen allerersten Weltcup gefahren bin und ich dort auch schon gute Ergebnisse hatte. Sich zuhause zu verabschieden, ist etwas Besonderes, zumal es für mich der erste Weltcup ohne Erwartungsdruck ist“, erklärt die Bayerin im Vorfeld ihres Abschiedsrennens.

Während Wöhrer am Samstag von der großen Bühne abtreten wird, kämpft ihre langjährige Weggefährtin Selina Jörg um die Krönung einer herausragenden Saison. Denn ein Titel wäre für die amtierende PGS-Weltmeisterin rechnerisch durchaus möglich, auch wenn der Abstand im Weltcup-Ranking schon recht groß ist.

Mit 1.440 Punkten liegt die 31-jährige Allgäuerin als Dritte allerdings noch in Schlagdistanz zur PSL-Weltcup-Führenden Julie Zogg (2.020), muss aber, eine Finalteilnahme vorausgesetzt, auf einen Ausrutscher der PSL-Weltmeisterin aus der Schweiz hoffen. Außerdem liegt mit der Österreicherin Sabine Schöffmann (1.800) eine weitere starke Fahrerin vor der Olympiazweiten von Pyeongchang.

Im Alpin Gesamt Weltcup kann sich Jörg als Dritte ebenfalls noch Hoffnungen auf die große Kristallkugel machen. Mit 4.819,70 Punkten muss die Goofy-Riderin aber mehr als 600 Punkte auf Olympiasiegerin Ester Ledecka gut machen (5.450).

„Es ist theoretisch zwar möglich, aber es wird schwierig. Ich müsste schon gewinnen und auf Schützenhilfe bzw. Patzer der anderen hoffen. Ich versuche, ein gutes Rennen zu fahren und schaue dann, was am Ende dabei rauskommt. Aber ein Titel wäre natürlich das i-Tüpfelchen“, so die erfahrene Snowboarderin.

Neben Wöhrer und Jörg, die beide mit Winterberg besondere Erinnerungen verbinden, können sich die erwarteten 3.000 Fans auf elf weitere deutsche Carvingspezialisten freuen, von denen einige auf der in diesem Jahr mit zwei Rollern gespickten und sich in hervorragendem Zustand befindenden Piste bereits für Furore gesorgt haben.

So fuhr Ramona Hofmeister vor drei Jahren zum ersten Mal in ihrer Karriere auf ein Weltcup-Podest und leitete damit eine unglaublich erfolgreiche Phase inklusive Olympia- sowie WM-Bronze ein. Stefan Baumeister war der erste Deutsche, der 2017 beim Heimweltcup in Winterberg triumphieren konnte und darüber hinaus im gleichen Jahr an der Seite von Carolin Langenhorst Dritter im Team Parallelslalom, der auch 2019 das Weltcup-Wochenende im Skiliftkarussell Winterberg beschließen wird.

Die Qualifikation für das Einzelrennen ist am Samstag, 23. März, für 9:00 Uhr angesetzt, das Finale beginnt um 12:50 Uhr. Am Sonntag startet der Team-Bewerb um 14:15 Uhr. Die ARD überträgt beide Rennen live.

Aufgebot PSL Weltcup Winterberg
  • Anke Wöhrer (Bernau, SC Prien, 33)
  • Selina Jörg (Bad Hindelang, SC Sonthofen, 31)
  • Ramona Hofmeister (Bischofswiesen, WSV Bischofswiesen, 22)
  • Carolin Langenhorst (Bischofswiesen, WSV Bischofswiesen, 23)
  • Cheyenne Loch (Schliersee, SC Schliersee, 24)
  • Melanie Hochreiter (Bischofswiesen, WSV Bischofswiesen, 22)
  • Stefan Baumeister (Feldkirchen-Westerham, SC Aising-Pang, 25)
  • Christian Hupfauer (Feldkirchen-Westerham, SC Aising-Pang, 25)
  • Elias Huber (Berchtesgaden, SC Schellenberg, 19)
  • Amadeus Huber (Berchtesgaden, SC Schellenberg, 16)
  • Yannik Angenend (Lengdorf, FC Lengdorf, 18)
  • Ole-Mikkel Prantl (Schönau, WSV Königssee, 18)
  • Kaijo Taniguchi (Berchtesgaden, FC Aschheim, 16)
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