Die Königin ist zurück: Ramona Hofmeister feiert Sieg-Comeback in Scuol, Hochreiter auf dem Podest
Was für ein Tag für das deutsche Race-Team: Beim heutigen Weltcup-Rennen in Scuol (SUI) feiert Ramona Hofmeister ein spektakuläres Comeback und fährt bei ihrem ersten Start nach monatelanger Verletzungspause direkt zum Sieg. Die „Race Queen“ meldet sich eindrucksvoll zurück an der Weltspitze und sichert sich mit Platz eins zugleich die Olympiaqualifikation. Für zusätzlichen Jubel sorgt Melanie Hochreiter, die als Dritte ein deutsches Doppelpodium perfekt macht und ebenfalls das Ticket für die Olympischen Winterspiele löst.
Hofmeister meldet sich eindrucksvoll zurück
Nach ihrer Sprunggelenksverletzung in Zermatt (SUI) im Herbst steht Ramona Hofmeister erstmals wieder im Weltcup-Starthaus – und zeigt von Beginn an ihre Klasse. Von Runde zu Runde steigert sie sich, fährt mit großer Leichtigkeit, fast Selbstverständlichkeit ins Finale und ganz nach oben aufs Podest.
„Ich stehe gerade richtig neben mir, ich kann es selbst kaum fassen – was für ein Comeback. Ich bin so glücklich, ich habe es richtig genossen und bin heute ganz ohne Druck gefahren, hatte Spaß und bin von Lauf zu Lauf immer besser reingekommen. Dass ich heute gleich ganz oben stehe und die Olympiaqualifikation einfahre, das ist einfach unglaublich.“
Für Bundestrainer Paul Marks ist dieser Sieg trotz der langen Pause nicht überraschend:
„Bei Ramona weißt du: Am Wettkampftag legt sie immer nochmal einen drauf. Im Training hat man gesehen, dass sie noch ein paar Runden braucht, aber im Wettkampf wird Ramona Hofmeister einfach zu einer anderen Person – sie ist etwas ganz Besonderes.“
Dass Hofmeister ohne große Erwartungen an den Start gegangen ist, könnte dabei ein Schlüssel gewesen sein:
„Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet, dass es heute so läuft. Vielleicht war das auch das Geheimnis, dass ich dadurch so locker und ohne Druck fahren konnte. Die Trainer haben auch gesagt, dass man gemerkt hat, wie ich Lauf um Lauf wieder mehr die Ramona geworden bin.“
Besonders emotional ist die Rückkehr nach der Reha-Phase:
„Ich bin einfach nur glücklich, dass ich wieder da bin. Dankbar, dass der Fuß mitmacht. Ich hatte eine richtig gute Reha und so viel Unterstützung in den letzten Monaten – sonst würde ich hier jetzt nicht stehen.“
Hochreiter krönt starken Neujahrsstart mit Podest und Olympia-Ticket
Auch Melanie Hochreiter (WSV Bischofswiesen) erlebt in Scuol einen ganz besonderen Tag. Mit Rang drei fährt sie zum zweiten Weltcup-Podest ihrer Karriere und komplettiert das doppeldeutsche Treppchen. Gleichzeitig sichert auch sie sich die Olympiaqualifikation.
Dabei war der Saisonstart für Hochreiter schwierig verlaufen: In den bisherigen Weltcups hatte sie sich nicht für die Finalläufe qualifizieren können. Über die Weihnachtspause scheint der Knoten sich jedoch gelöst zu haben. Bereits am Donnerstag hatte sie sich mit einem Sieg beim Europacup in Folgaria Selbstvertrauen geholt – in Scuol folgt nun der Lohn.
„Ich bin einfach mega happy, dass es nach so vielen Rennen dann doch geklappt hat. Erstmal ins Finale zu fahren und dann auch noch aufs Podium zu kommen – ich bin einfach nur glücklich und kann es noch gar nicht richtig realisieren.“
Auch Bundestrainer Marks ordnet Hochreiters Leistung entsprechend ein:
„Wir sind richtig stolz auf Meli. Endlich zurück auf dem Podium – das ist etwas Besonderes und auch wichtig. Der Sieg beim Europacup am Donnerstag war schon ein starkes Signal. Irgendwas hat sich über Weihnachten verändert: Sie kam zurück, war voll fokussiert und hat das beim Europacup und heute im Weltcup bestätigt.“
Im kleinen Finale trat ihre Gegnerin Sabine Payer (AUT) verletzungsbedingt zurück. Den dritten Platz hatte Hochreiter damit bereits sicher und nutzte den zusätzlichen Lauf als kleines Training.
Huber qualifiziert sich, scheidet nach unglücklichem Sturz aus
Bei den Herren schafft es Elias Huber (SC Schellenberg) als einziger deutscher Athlet in die Finalläufe. Im Achtelfinale kommt es jedoch zu einem unglücklichen Zwischenfall: Nach einem Sturz wird Huber disqualifiziert, da auch sein Gegner Žan Košir (SLO) zu Fall kommt. Ein kleines Loch, das der Athlet nicht gesehen hat, wird Huber heute zum Verhängnis:
„Ich muss mir den Sturz gleich nach dem Rennen in der Analyse nochmal genauer anschauen. Ich weiß selbst nicht, was da passiert ist. Ich bin eigentlich richtig gut reingekommen und hatte richtig Spaß. Dann habe ich den Schwung hoch aufgelöst, wie wir es besprochen hatten – und aus dem Nichts kam ein Schlag auf die Frontside.“
Das Olympia-Team wächst, der Druck fällt ab
Mit den Qualifikationen von Ramona Hofmeister und Melanie Hochreiter wächst das deutsche Olympia-Team weiter. Bereits beim Saisonauftakt in Mylin (CHN) hatten sich Cheyenne Loch, Elias Huber und Stefan Baumeister die nationale Olympia-Norm gesichert. Damit sind aktuell fünf deutsche Athlet*innen für die Olympischen Winterspiele qualifiziert.
„Es ist toll, dass sich auch Meli heute qualifizieren konnte. Bei Ramona waren wir uns sicher, dass sie es schaffen würde, wenn sie zurückkommt. Bei beiden ist es wichtig, dass jetzt der Druck raus ist – das macht die nächsten Wochen einfacher. Aber wir haben große Ziele und wollen auch anderen noch den Weg ermöglichen, damit wir mit einem möglichst großen Team nach Livigno fahren.“
Weiter geht es für die Racer*innen in Bad Gastein (AUT) und in Bansko (BUL), wo die letzten Olympiaqualifikationen eingefahren werden können.