Flutlicht-Weltcup in Cortina: Loch und Baumeister in Top 16

Beim einzigen Flutlichtrennen der alpinen Snowboard-Weltcup-Tour im malerischen Cortina d’Ampezzo (ITA) haben Cheyenne Loch und Stefan Baumeister den Sprung in die Finalläufe geschafft. Vor großer Kulisse, bei besten Wetterbedingungen und mit hervorragender Piste fahren beide unter die besten 16. Für das restliche deutsche Team endet der Wettkampf bereits in der Qualifikation.

Einzigartiger Weltcup unter Flutlicht

Bestes Wetter, sehr gute Schneebedingungen, eine griffige und schnelle Strecke – und dazu eine große Party mit vielen Zuschauer*innen: Das Flutlichtrennen in Cortina d’Ampezzo bot erneut einen besonderen Rahmen. Als einziges Nachtrennen im Weltcupkalender ist der Klassiker am Fuße der Dolomiten ein Highlight für Athlet*innen und Fans gleichermaßen.

Die Strecke erlaubte hohe Geschwindigkeiten, verlangte aber insbesondere auf den geraden Passagen ein perfektes Setup und sauberes Timing.

Loch findet nicht in den Rhythmus

Cheyenne Loch (SC Schliersee) trifft im Achtelfinale auf die Tschechin Zuzana Maderova. Die Deutsche kommt von Beginn an nicht richtig in den Tritt und kann in der entscheidenden Phase nicht genug Geschwindigkeit aufbauen. Maderova setzt sich früh leicht ab und bringt den Lauf sicher ins Ziel.

 

„Ich muss sagen, heute war es echt schwierig für mich. Ich bin gar nicht ins Fahren gekommen, war irgendwie nicht so ich selbst und nicht „in control“ bei dem, was ich gemacht habe. Deswegen hat es sich für mich heute nicht gut angefühlt – und das Ergebnis spiegelt meine Gefühlslage wider.“

Cheyenne Loch

Bundestrainer Paul Marks ordnet das Rennen nüchtern ein:

„Cheyenne hatte heute Schwierigkeiten, es waren ein paar Fehler im Lauf. Sie konnte die Geschwindigkeit in der kritischen Phase nicht aufbauen. Da hat es heute leider nicht gereicht.“

Paul Marks, Bundestrainer

Trotzdem nimmt Loch auch positive Eindrücke aus Cortina mit und richtet den Blick bereits nach vorne:

„Cortina ist eines der besten Rennen, allein wegen der Kulisse, aber jetzt geht es nach Carezza, das ist auch ein richtig guter Hang und ein cooles Rennen. Ich bin motiviert, da wieder anzugreifen.“

Cheyenne Loch

Baumeister verliert Tempo auf der Geraden

Auch Stefan Baumeister (SC Aising-Pang) qualifiziert sich für die Top 16. Im Achtelfinale gegen den Italiener Roland Fischschnaller zeigt er zunächst ein starkes Rennen. Bis etwa zum zehnten Tor liegt der Deutsche gut im Rennen, verliert dann jedoch in der Geraden an Geschwindigkeit und kann den verlorenen Vorsprung nicht mehr aufholen.

„Es ist nicht so gelaufen, wie wir uns das gewünscht haben. Für Stefan ist die Piste mit den vielen geraden Stellen nicht optimal. Das Rennen haken wir ab und schauen nach vorne, was für uns in Carezza drin ist. Heute war es ein bisschen unglücklich.“

Paul Marks, Bundestrainer

Trotzdem genießt Baumeister die besondere Atmosphäre:

„Ich mag Flutlichtfahren eigentlich echt gerne, aber hier in Cortina liegt mir der Hang nicht so gut. Trotzdem ist es natürlich eine besondere Atmosphäre.“

Stefan Baumeister

Weniger Glück bei den anderen Athlet*innen

Für Elias Huber (SC Schellenberg) endet das Rennen bereits in der Qualifikation. Er findet nicht richtig in den Rhythmus, im zweiten Qualifikationslauf schleichen sich kleine Fehler ein, der Lauf wird als DNF gewertet.

„Elias ist heute nicht in den Rhythmus gekommen. Die Geschwindigkeit ist da, aber der Fehler im zweiten Qualilauf ist ungünstig. Er muss cool bleiben – er ist super schnell, und ich glaube, Carezza kann ein besserer Abend für ihn werden.“

Paul Marks, Bundestrainer

Yannik Angenend (FC Lengdorf) verpasst als 19. knapp die Top 16, Melanie Hochreiter (WSV Bischofswiesen) wird 20.

Nachwuchs sammelt wertvolle Erfahrung

Besonders positiv fällt das Fazit für die Nachwuchsathlet*innen aus:
Mathilda Scheid (WSV Bischofswiesen) fährt in die Top 30 (Platz 26), Yuna Taniguchi (WSV Bischofswiesen) wird 33. Auch Max Kühnhauser (WSV Königssee, Platz 39) und Samuel Vojtasek (SC Schellenberg, DNF) sammeln wichtige Erfahrungen.

„Mit unseren beiden jungen Racerinnen bin ich richtig zufrieden. Mathilda fährt in ihrem ersten Weltcup direkt in die Top 30 – das ist ein super Ergebnis. Auch Yuna hat eine gute Leistung gezeigt. Die beiden sammeln Erfahrung, das sind die ersten Schritte. Wir werden sehen, wer in den nächsten Weltcups startet – wir haben auf jeden Fall vielversprechende Athlet*innen im Team.“

Paul Marks, Bundestrainer

Blick nach Carezza

Viel Zeit zum Durchatmen bleibt nicht. Bereits am Donnerstag steht der nächste Weltcup in Carezza (ITA) auf dem Programm.

„Wir reisen am Montag an, haben zwei Tage Training. Es ist ein guter Hang, Südtirol ist immer schön. Wir geben jetzt noch einmal Gas vor Weihnachten.“

Paul Marks, Bundestrainer

Foto: Miha Matavz / FIS / Action Press International

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