Heute war vor allem eine schneller: Hofmeister und Loch scheitern an Olympiasiegerin Maderova
Schockmoment im Viertelfinale des olympischen Parallel-Riesenslaloms in Livigno: Ramona Hofmeister verkantet im Flachen und rutscht weg. Die Medaillenträume ausgeträumt, es bleibt bei Platz 8. Gegnerin Zuzana Maderova (CZE), mit der sich die deutsche Favoritin ein Duell auf Augenhöhe liefert und die auch Cheyenne Loch aus dem Rennen wirft, steht später ganz oben. Elias Huber belegt in der Finalrunde Platz 13.
Tränen in den Augen, ein Lachen im Gesicht: Irgendwo zwischen Dankbarkeit, dabei zu sein, und großer Enttäuschung ob des Ausscheidens. Das Gefühlsspektrum von Ramona Hofmeister (WSV Bischofswiesen) nach dem Viertelfinale des olympischen Parallel-Riesenslalom-Rennens lässt sich schwer einordnen.
„Ich hätte lieber Freudentränen in den Augen. Mich ärgerts brutal. So ein Fahrfehler zum ungünstigsten Zeitpunkt. Ich hoffe, ich kann irgendwann stolz darauf sein, bei den Olympischen Spielen – mit meiner Vorgeschichte – ins Viertelfinale gefahren zu sein. Aber das dauert. Dankbar, dabei gewesen zu sein, bin ich jetzt schon jetzt.“
Der Moment, der die Medaillenträume zu Nichte macht, ereignet sich im Viertelfinale: Gegen die spätere Olympiasiegerin Zuzana Maderova fährt Hofmeister fast parallel. Die beiden liefern sich ein enges Rennen bis zum vorletzten Flachstück des Kurses: Hofmeister verschwindet hinter der Kuppe und bleibt kurz liegen – weggerutscht auf der Backside.
„Die Linie hat nicht ganz gestimmt. Es war einfach ein Fahrfehler auf der geraden und der Hang verzeiht nichts. Es ist sehr enttäuschend, dass es jetzt daran scheitert und die nächste Chance erst wieder in vier Jahren kommt – wenn sie denn kommt.“
Nach dem Ausscheiden im Viertelfinale bleibt es für die deutsche Medaillenhoffnung bei Platz 8.
Die Winzigkeit von drei Hundertstelsekunden beendet die Medaillenträume von Elias Huber (SC Schellenberg): Gegen den Bulgaren Tervel Zamfirov (BUL), späterer Bronzemedaillengewinner, fehlt ein Wimpernschlag im Achtelfinale, verloren vor allem im oberen Teil der Strecke.
„Coole Erfahrung. Die Olympischen Spiele haben ihr ganz eigenes Flair. Natürlich erhofft man sich mehr, aber es hat Spaß gemacht. Ich bin im Achtelfinale oben nicht gut reingekommen. Unten raus konnte ich noch Einiges aufholen – aber eben drei Hundertstel zu wenig.“
Cheyenne Loch (SC Schliersee), die im Vorfeld mit Rückenbeschwerden gekämpft hat, belegt Platz 15, auch sie scheidet im Duell gegen Siegerin Maderova aus. Für die 31-Jährige waren es die ersten olympischen Spiele.
„Das war nicht der Premieren-Auftritt, den ich mir erhofft habe. Heute wäre alles drin gewesen. Ich bin top motiviert ins Finale gegangen und habe geglaubt, dass alles möglich ist. Aber mit meiner Vorgeschichte in den vergangenen Wochen – ich bin kaum Snowboard gefahren – bin ich froh, dieses Rennen heute erlebt zu haben.“
Der neue und alte Olympiasieger bei den Herren ist Benjamin Karl (AUT). Die gesamten Ergebnislisten mit allen deutschen Starter*innen gibt es hier.