"Ich habe noch nie so gut trainieren können": Deutsche Big-Air-Athlet*innen vor Olympia-Qualifikation in Livigno

Kurz vor der olympischen Big-Air-Qualifikation in Livigno zeigen sich die deutschen Freestyle-Athlet*innen Annika Morgan und Noah Vicktor selbstbewusst und fokussiert. Nach überzeugenden Trainingsleistungen greifen beide in den kommenden Tagen nach dem Finaleinzug – Vicktor bereits morgen, Morgan dann am 8. Februar.

Bereits seit zwei Tagen zeigen sie im Flutlicht ihre Tricks. Da es sich bei den Big-Air-Wettbewerben um Abendveranstaltungen handelt, findet auch das Training an der Riesenschanze bei Dunkelheit statt. Eine Stunde vor dem heutigen Training stehen die beiden Deutschen Annika Morgan (SC Miesbach) und Noah Vicktor (WSV Bischofswiesen) bei einer Pressekonferenz Rede und Antwort.

Schon vor der Eröffnung wird es ernst

Heute, am Tag vor der Qualifikation der Herren im Big Air in Livigno, steht für Noah Vicktor die letzte Probe an.

„Mein allererster Eindruck am ersten Trainingstag war sehr gut, der Jump ist nicht zu riesig, nicht zu klein. Für einige Athleten war es dann aber noch nicht optimal, daher wurde der Jump nochmal angepasst, dann kam noch Neuschnee hinzu – gestern war dann ganz anders. Von daher wird das heutige Training nochmal spannend.“

Noah Vicktor

Welche Tricks er performen will, um ins Finale einzuziehen, das entscheidet sich heute:

„Ich werde gucken, wie das Training heute läuft und dann schauen, ob ich nochmal einen Trick umstelle. Den Backside 16 und Backside 18 will ich auf jeden Fall probieren, die andere Drehrichtung entscheide ich heute Abend. Es ist schwer zu sagen, welche Tricks es ‚braucht‘, um ins Finale zu kommen. Am Ende muss man nicht nur einen starken Trick zeigen, sondern den auch sauber fahren und stehen, das gilt für Slopestyle und Big Air gleichermaßen.“

Noah Vicktor

Morgan von Verletzung angespornt

Für Annika Morgan geriet der Traum von Olympia kurz ins Wanken. Sie verletzte sich direkt vor der Saison an der Hand. Erst bei den LAAX OPEN war der Mittelhandknochenbruch verheilt, Morgan sicherte sich bei der letzten Gelegenheit das Ticket zu Olympia.

„Ich habe mir vorher eigentlich gar keine Sorgen gemacht, dass es mit der Qualifikation nicht mehr klappt. Ich war trotz der Verletzung sehr entspannt, ich habe mich super gut auf dem Board gefühlt und das Training in Laax hat auch richtig Spaß gemacht.“

Annika Morgan

Diese Stimmung hatte sie bei der Anreise nach Livigno auch im Gepäck.

„Seit meiner OP bin ich eigentlich generell motivierter, das habe ich jetzt gemerkt, seit der Verletzung. Körperlich geht es mir recht gut, weil wir auch soviel Physio haben und verschiedene Therapien, deswegen habe ich gar keine Beschwerden.“

Annika Morgan

Entsprechend dieser guten Vorbereitung liefen dann hier in Italien auch die Trainingseinheiten:

„Beim ersten Training lief es bei mir richtig gut, ich glaube, ich habe noch nie so gut trainieren können. […] Danach wurde es eben schwieriger, heute hat es auch wieder den ganzen Tag geschneit, der Neuschnee bremst einen dann aus, also mal sehen wie es wird.“

Annika Morgan

Mit guter körperlicher und mentaler Verfassung und erfolgreichen Trainingsessions hat Annika klare Ziele für die Qualifikation:

„Den Switchback 9 und Back 10 landen und der Finaleinzug, das sind eigentlich meine Ziele. Und ich habe mich jetzt im Training mega gut auf dem Board gefühlt, also bin ich guter Dinge.“

Annika Morgan

„Fühlt sich fast wie zuhause an“

Beide deutschen Freestyler*innen sind zum zweiten Mal bei den Olympischen Spielen. Dieses Jahr ist die Stimmung aber doch ganz anders als 2022 in Peking.

„Es fühlt sich fast wie zu Hause an, weil man nur 2,5 Stunden hierherfährt.“

Annika Morgan

Auch die familiäre Unterstützung fällt in diesem Jahr etwas anders aus, als zu Covid-Zeiten in China.

„Jetzt beim Big Air sind drei Leute von mir da, mein Vater kommt leider erstmal nicht, der hat sich beim Langlauf verletzt. Aber zum Slopestyle-Contest sind sie dann zu siebt, die Familie, meine Freundin und ein Kumpel sind dann alle da.“

Noah Vicktor

„Beim Big Air sind es ein paar weniger, aber zu Slopestyle kommen 18 Leute – auch Familie aus Amerika. Das wird ganz schön crazy, das habe ich so auch noch nicht erlebt.“

Annika Morgan

Foto: Noah Vicktor in der Qualifikation des olympischen Big Air-Contests. © Team Deutschland | Max Galys
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