Inklusives Snowboarden: Barrieren gemeinsam abbauen. (Mentale) Grenzen verschieben.

Das Ziel von Anna (40) ist es, wieder gemeinsam mit Ihrer Familie in den Winterurlaub fahren zu können. Nicht nur als Zuschauerin auf der Bergstation, sondern als Snowboarderin auf der Piste. Das Skifahren hatte sie nach ihrer Bein-Amputation schon einmal ausprobiert. Das hat aber nicht funktioniert. Jetzt will sie einen weiteren Versuch mit dem Snowboard starten – als Teilnehmerin des HKS – Para Snowboard Camps.

HKS – Para Snowboard Camp

HKS – Para Snowboard Camp

Snowboarden ist mehr als Sport – es ist eine Lebenseinstellung! Unter diesem Motto hat SNBGER eine ganz besondere Snowboardfreizeit ins Leben gerufen: Das HKS – Para Snowboard Camp, finanziert durch Heinz-Kettler-Stiftung sowie unterstützt vom FIS-Development Department. Zwölf Menschen mit Behinderung – von Anfänger bis Fortgeschritten, von bewegungseingeschränkt bis beinamputiert – hatten eine Woche die Möglichkeit, mit einigen der besten Coaches Deutschlands im Wintersportgebiet Garmisch Classic zu trainieren. Den Teilnehmer*innen steht vor Ort sowohl eine barrierefreie Unterkunft wie auch eine umfangreiche orthopädische Betreuung zur Verfügung, die sich um Sportprothesen und ähnliche Belange kümmert.

HKS - Para Snowboard Camp
HKS - Para Snowboard Camp

Mit extra gebauten Kniegelenken inkl. einer Art Stoßdämpfer wird Anna zu Beginn des Camps ausgestattet. Die perfekte Einstellung des Knies wird über die Woche hinweg gemeinsam mit dem Orthopäden vor Ort ausgetüftelt.

Dann geht es aufs Snowboard. Erste Herausforderung: Bindung anschnallen und aufstehen. Das hat Anna ohne Board zuhause mit ihrer Physiotherapeutin geübt. Auf Schnee ist das aber etwas ganz anderes. Auf dem Anfängerhang versucht die 40-Jährige ein Gefühl für das neue Knie zu entwickeln. Die neuen Bewegungsmuster zuzulassen und dem eigenen Körper vertrauen: „Gar nicht so einfach!“, gesteht die Teilnehmerin.

Doch sie gibt nicht auf. Im Gegenteil. Allein eine Kurve fahren, hat sich Anna als Ziel ambitioniertes Ziel für die Camp-Woche gesetzt. Und dafür kämpfte sie entschlossen. Aufgeben? Keine Option.

Jeden Tag wird am Berg dafür geübt. Von Backside auf Frontside und umgekehrt. Immer mit dabei: SNBGER-Trainerin Susanne Borth. Sie gibt Tipps und liefert die extra Portion Motivation. Bis es schließlich klappt: Anna traut sich, stellt sich auf die Kante und dreht

sich herum. „Mega! Ich ziehe meinen Snowboardhelm vor dir!“, ruft ihr Borth mit Tränen in den Augen entgegen.

Zu Ostern steht bei der begeisterten Camp-Teilnehmerin der nächste Winterurlaub mit der Familie an und sie ist bereit wieder auf die Piste zu gehen und ihre Kurven weiter zu üben.

Annas Geschichte ist eine von zwölf. Zwölf Individuen haben sich in Garmisch-Partenkirchen getroffen und haben gemeinsam das Snowboarden gelernt, wieder erlernt oder ihre Fähigkeiten weiter ausgebaut. Von Beginner*innen bis ambitionierter Hobbyathlet ist alles dabei. Jeder mit eigenen Fähigkeiten und individuellen Bedürfnissen.

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