Ulbricht übernimmt mit Platz zwei in Montafon Gesamtweltcupführung
Mit breiter Brust – und ab sofort in Gelb: Leon Ulbricht steht in Montafon als Zweiter zum dritten Mal in Folge auf dem Weltcuppodium. Eine Konstanz, die sich in der Gesamtwertung bemerkbar macht: Der 21-Jährige führt ein Rennen vor Saisonende das Ranking an.
Der Sieg in Montafon (AUT) ein rein französisches Duell? Damit will sich Leon Ulbricht (SC Rötteln) nicht abfinden. Auch wenn Aidan Chollet und Merlin Surget sich mit schnellen Starts im großen Finale klar an die Spitze setzen. Der Deutsche sowie Olympiabronzemedaillengewinner Jakob Dusek (AUT) bringen sich dahinter in Lauerstellung.
Die beiden warten auf ihre Chance – und nutzen sie eiskalt: Board-Berührung der Franzosen. Ulbricht und Dusek sind dran. Alle vier Athleten gehen gemeinsam in die letzte Kurve. Der Österreicher geht von hinten an allen vorbei. Ulbricht – mit der sicheren Außenlinie – kommt als Zweiter ins Ziel.
„Es ging heute von Anfang an zur Sache. Ich bin viel ins Risiko gegangen, aber das musste man auch. Im Finale war es unten raus extrem knapp. Jakob Dusek ging innen rein. Er hat ein bisschen mehr Speed mitgenommen. Ich habe gleich gemerkt, dass ich da nicht mehr hinkomme. Aber ich bin super happy mit Platz zwei.“
Nach Platz eins und zwei vergangenes Wochenende in Erzurum (TUR) steht Ulbricht bereits im dritten Weltcuprennen nacheinander auf dem Podium. Mit den 80 Weltcuppunkten von heute rangiert der junge Deutsche ab sofort an der Spitze des Overall-Rankings und fährt im gelben Trikot zum Weltcupfinale nach Mt. St. Anne (CAN).
„Im Moment bedeutet das noch nicht viel. Das ist super knapp. Alles entscheidet sich in Kanada. Daher: Cool bleiben und das Rennen nochmal genauso fahren, wie die letzten drei.“
Lange sieht es auch für Martin Nörl (DJK-SV Adlkofen) im Achtelfinale gut aus: Im Heat gemeinsam mit Ulbricht gestartet, hält er lange Rang zwei. Aber ausgerechnet in der letzten Kurve schiebt sich der Italiener Matteo Rezzoli an ihm vorbei. Keine Chance mehr zu kontern. Der 32-Jährige landet am Ende auf Platz 18.
Jana Fischer (SC Löffingen) bekommt es im Viertelfinale mit drei starken Französzinnen zu tun. Obwohl die Deutsche mit Lea Casta und Co. super mithalten kann, reicht es am Ende nicht zum Weiterkommen. Sie wird 15.
Erstmals in dieser Saison schafft keiner aus der Nachwuchs-Riege den Sprung unter die besten 32: Kurt Hoshino (SC Sonthofen) wird 35., Julius Reichle (SC Konstanz) 41., Niels Conradt (SC Dingolfing) 43. und Niclas Ebner (SC Miesbach) 52. in der Qualifikation. Pech für die Youngster: Das Wetter am Samstag wurde zum Ende hin deutlich schwieriger. Mehr Wind und Nebel erschwerten die Chancen für die Athlet*innen mit hinteren Startnummern.